Geschichte des Schlosses Butschowitz

100 Jahre prunkvolle Residenz, 300 Jahre Verwaltungszentrum – unverändertes Renaissance-Prachtstück

Der Bau wurde vom gebildeten Herrn Johann von Boskowitz und Černá Hora, genannt „Schembera“, zu seiner Zeit einem der reichsten mährischen Adeligen, in Auftrag gegeben und finanziert. Er hatte in Italien und in Wien studiert, rühmte sich mit hohen Hoftiteln, war aber insbesondere als Liebhaber von weltlichen Vergnügungen, Pferdekenner, exzellenter Reiter und großer Kunstfreud bekannt. Seine Bildung und sein Reichtum ermöglichten ihm, nicht nur den Bau sondern auch die Verzierung des Schlosses bei erstklassigen Künstlern in Auftrag zu geben, sodass das ganze vierflügelige Schloss mit drei Arkadenstockwerken und einem komponierten Garten die Stellung der Familie sowie auch Johanns Schembera selbst großartig repräsentierte.


Durch die Heirat mit Johanns hübschen Tochter Katharina erheiratete die Herrschaft Maximilian von Liechtenstein. Unter Maximilian von Liechtenstein wurde in den Jahren 1635 – 1637 im Innenhof ein herrlicher, von Peter Materna nach einem Entwurf von Giovanni Giacomo Tencalla geschaffener manieristischer Steinbrunnen errichtet und es wurden 4 Ecktürme mit „Laternen“ aus Metall zugebaut. Diese mussten jedoch wegen ihrer großen Last von den Türmen stufenweise abgenommen werden. Der Bau wies seine militärische Qualität im Jahr 1645 nach, als es einer Handvoll der Herrschaftsbeamten, Jäger und Stadtbürger gelungen ist, sich gegen eine zahlreiche schwedische Truppe erfolgreich zu verteidigen.

 
Seit 1681 hat das Schloss aufgehört, den Aufenthalten der Herrschaften zu dienen und wurde zum Verwaltungszentrum der Herrschaft und seit 1720 zum Sitz der zentralen liechtensteinischen Buchhalterei. Seit jener Zeit haben keine umfangreicheren Baumaßnahmen den italienischen Renaissance-Charakter des Schlosses gestört.